Tausche Stimmvieh gegen Wagenstall

Stadtleben | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Aus Angst um Wähler macht die SPÖ-Stadtregierung radikal kehrt. Die Opfer leben in einer Wohnwagensiedlung in Simmering

Bericht: Joseph Gepp

Am Ostrand von Simmering, fast schon in Niederösterreich, wo die letzten Gemeindebauten in Dorf- und Bauernhäuserübergehen, liegt der kleine Wagenplatz, laut Selbstdefinition „der leider einzige in Österreich“.

„Wir führen eigentlich ein ruhiges Leben“, sagt Jacob Schäfer. 30 Wohnwägen und Lkw stehen hier seit 2006 auf einem privat gepachteten Acker, mit improvisierten Auf- und Zubauten und festgetretenen Pfaden dazwischen. Nebenan knattert ein Traktor. „Wir sind keine klassischen Aussteiger. Aber wir wollen halt Mobilität und Improvisiertheit statt einer normalen Wohnung.“

Wenn Schäfer nicht an seinem Lkw werkt, schweißt er in der Josefstadt Requisiten für Fernsehserien zusammen, momentan einen wasserdichten Sarg für „Soko Donau“. Jetzt hat er aber andere Sorgen. Denn die Wagenburg muss Ende August verschwinden. Der Ort ist


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige