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Lexikon der Getränke. Diese Woche:

Stadtleben | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Teetrinken hilft gegen alles – sagt das Marketing

Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Neuerdings gibt es für jedes Problem auch einen Tee. Vorbei ist es mit schlichten Bezeichnungen wie „Früchte-“ oder „Schwarztee“. Der Trend geht zu Namensgebungen, die uns Wohlbefinden versprechen. Der Tee als „Muntermacher“, als „Schlaf-“ oder „Halsfreund“. Teetrinken für die gute Laune, den klaren Kopf oder die Jugend und Schlankheit.

So auch der neue Tee aus dem Hause Willi Dungl mit dem bezeichnenden Namen „Rauchfreie Pause“. Dem Konsumenten wird suggeriert, der Tee sei eine Unterstützung bei der Entwöhnung des Rauchens. Laut Hersteller sei er aber auch für Nichtraucher gedacht. Dieser Tee ist kräftig im Geschmack, Colanuss und Mate wirken belebend. Er soll den Kaffee ersetzen, der immerhin der ultimative Geschmacksbegleiter zur Zigarette ist. Anis, Ingwer und Eibisch helfen den Atemwegen, wovon Nichtraucher ebenfalls profitieren, sagt das Marketing. Dass der Tee bei der Rauchentwöhnung hilft, ist nicht wissenschaftlich bewiesen. Schmecken tut er trotzdem. Ob das Trinken eines herkömmlichen Tees nicht denselben Zweck erfüllt, sei aber dahingestellt.

Die Namen der Tees sind Sache von Werbemenschen und werden demgemäß immer raffinierter. Somit warten wir gespannt auf Teenamen wie „Besserer Sex“, „Fühl dich reich“ oder „Dein Freund in Zeiten der Krise“. Abgesehen vom Geschmack sollte man sich dessen bewusst sein, dass man durch Konsumieren der verschiedenen Teesorten nicht zum Übermenschen wird. CWE


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