Kolumne

Wie Barack Obama die Mullahs durch Zurückhaltung straft

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 27/09 vom 01.07.2009

Barack Obama gleicht einem jener virtuosen Jongleure, bei denen man den Atem anhält, weil sie ständig ein Dutzend Scheiben gleichzeitig durch die Luft wirbeln. Es geht um die Konjunktur und die Banken, um das Gesundheitssystem und die Erderwärmung. In der Außenpolitik sind die Kriege im Nahen Osten, im Irak, in Afghanistan und die Beziehungen zum Iran der Einsatz. Zerschellt eine einzige Scheibe, droht die Katastrophe.

Die US-Administration geht alle Krisenherde der Region gleichzeitig an: schrittweiser Abzug aus dem Irak, Deeskalation in Afghanistan, Dialog mit dem Iran, Entspannung mit Syrien, Druck auf Israel. Eingebettet ist die Neuorientierung in eine Öffnung zur islamischen Welt.

Tatsächlich gibt es sanfte Zeichen der Bewegung. Bei den Parlamentswahlen im Libanon gewann zur allgemeinen Überraschung eine demokratische, prowestliche Parteienkoalition. Die vom Iran finanzierte Hisbollah erkannte ihre Niederlage an. Israels Rechtsregierung, die mit dem Schutzherrn USA in einem erbitterten


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