Weich ist das neue Hart

Politik | aus FALTER 27/09 vom 01.07.2009

Von Josef Prölls neuer ÖVP ist nicht viel zu sehen. Er zieht die alte schwarze Politik durch – nur mit einem viel freundlicheren Ton

Analyse: Julia Ortner

Sozialisten beschimpfen kann Fritz Kaltenegger, wenn es das Geschäft erfordert. Dann nennt der ÖVP-Generalsekretär den SPÖ-Industriellen Hannes Androsch schon einmal einen „Shanghai-Sozialisten“, der zwei Tage vor der EU-Wahl 300 Arbeiter rausgesetzt habe. Trotzdem, kein Vergleich zum herben Ton seines Vorgängers Hannes Missethon. Der Brunnenmarkt sei zum Ausländerghetto verkommen, man müsse „über Quoten für Bezirke nachdenken“ – so etwas wird man vom neuen schwarzen General nicht hören.

Kaltenegger, 37, ein Schnellredner mit leichtem Kärntner Akzent, mag es umgänglich – der passende Parteimanager für eine Koalition, die krampfhaft bemüht ist, nicht zu streiten. Der Kärntner gehört zum engen Kreis um Parteichef Josef Pröll, der ihn in die Politik holte. Er ist so etwas wie Prölls smarter Zwilling – beide


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