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Bücher, entstaubt

Politik | Cornelia Mayrbäurl | aus FALTER 27/09 vom 01.07.2009

Symbolfigur des anderen Burma

„Sie können nicht die Macht dazu benutzen, um das zu erreichen, was sie für Recht halten, und anschließend dennoch darauf bestehen, dass Recht vor Macht geht.“ So bündig erklärt Burmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, warum Gewaltlosigkeit für sie der einzige Weg ist, die Militärdiktatur in ihrem Land zu bekämpfen.

Derzeit wird der 63-jährigen Suu Kyi unter einem billigen Vorwand und unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Prozess gemacht. Ein Anlass, die Neuauflage von Interviews mit der Friedensnobelpreisträgerin zur Hand zu nehmen; Interviews, die vor 13 Jahren geführt wurden, als Suu Kyi gerade einmal nicht unter Hausarrest stand.

Nur selten sind ihre Aussagen veraltet – etwa wenn sie Burmas Mönche, die im vergangenen Jahr erfolglos rebellierten, zu mehr politischem Aktivismus auffordert. Überhaupt meint Suu Kyi, eine Trennung des spirituellen (buddhistischen) und politischen Lebens sei in einer Demokratie nicht unbedingt nötig. Die Oppositionsführerin weiß, dass sie Burma (die Generäle nennen es Myanmar) als Symbolfigur am allerbesten dienen kann. Daher wird sie den Hausarrest oder die Haft, zu der der laufende Prozess führt, mit derselben Kraft und Ruhe akzeptieren, die sie bis jetzt gezeigt hat. Nächstes Jahr will sich General Than Swe in Wahlen legitimieren lassen. Zumindest bis dahin dürfte Suu Kyi weggesperrt bleiben.

Aung San Suu Kyi: Der Weg zur Freiheit. Vandenhoeck & Ruprecht, 352 S., € 19,90


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