Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 27/09 vom 01.07.2009

„Kann man über Blonde schon wieder witzeln, Herr Schwarz?“

Hast du eine Pechsträhne?“, fragt Bipa derzeit in Inseraten, im Fernsehen und im Radio ihre Kundinnen und hat auch gleich eine Lösung parat: „Dann färb sie einfach blond!“

Verantwortlich für den frechen Vorschlag – auf dem Poster ist lediglich eine pechschwarze Haarlocke zu sehen – ist Thomas Schwarz, Executive Creative Director bei Jung von Matt/Donau. Seit Anfang des Jahres betreut die Agentur die Drogeriekette aus dem Rewe-Konzern. Dabei wurde aus dem amourösen Werbeauftritt („Alles aus Liebe“) von früher eine Art Vertraute, die der Kundschaft gute, oft mit einem Augenzwinkern verbundene Tipps gibt: alles Liebe. So was soll die Zielgruppe verjüngen. Die weiß nun zum Beispiel auch, dass für guten Sex eine Zahnbürste „wirklich wichtig“ ist – davon handelte die letzte Kampagne.

Jetzt sind also die Haare dran. Bei Bipa denkt man halt positiv selbst in der Krise, feiert mit Sonderangeboten die „Good Hair Days“ und nimmt dabei auch die Blondinen in die Mangel. Es hat ja schließlich schon lange keiner mehr einen Blondinenwitz erzählt, oder? „Mit Blond zu spielen macht immer Spaß“, erzählt Schwarz. Die Haarfarbe selbst sei ohnehin nie aus der Mode gewesen, sagt der Werber. Blonde Menschen nehmen’s leichter, fallen überall auf und: „Sind wir im Herzen nicht alle ein bisserl blond?“ Außerdem seien die beiden Kolleginnen, die die Kampagne ausgearbeitet haben, selber blond. Naturblond allerdings.

Pro Quartal kommt ein anderer Bereich aus der „Billigen Parfümerie“ (dafür stand ursprünglich die Abkürzung Bipa) an die Reihe. Nach dem Thema Duft wird’s aber demnächst schon wieder haarig. Beziehungsweise geht es um das glatte Gegenteil: enthaaren im Sommer. Sicher fällt Thomas Schwarz auch dazu eine freche Zeile ein …


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