Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 27/09 vom 01.07.2009

Der Mann als einfach gestrickte Dumpfbacke, die Frau als hantiger Drachen – Klischeebilder, die „King of Queens“ wunderbar bedient. Doug Heffernan, 40, ein spackiger UPS-Fahrer aus Queens, hängt wieder mit seinen Kumpels bei Football und Bier ab. Seine fiese, aber witzige Frau Carrie, Mitte 30, eine hübsche Sekretärin voller Ambitionen, kämpft noch immer mit dem Leben zwischen dem laschen Gatten und ihrem mühsamen Dad Arthur, der im Keller haust. ATV zeigt den „King“ wieder einmal, gleich zwei Folgen hintereinander (Mo–Fr,18.25 Uhr). Das Schrägste an der Handlung ist Arthur, der schlimmste alte Mann, den man je in einer Serie sah – getrieben von Gier, Wut und Sexfantasien. Das ist auch das Erfolgsrezept der Sitcom. Die Typen sind überzeichnet, aber realistisch. Working-Class-Menschen mit Durchschnittssorgen: Arbeitslosigkeit, lästige Eltern, nervige Freunde, kein Geld. Hier kann man sich das unprätentiöse Leben der New Yorker anschauen, die sich ihren amerikanischen Traum wohl niemals erfüllen können.


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