Erlöst von den Gesetzen der Schwerkraft

Feuilleton | aus FALTER 27/09 vom 01.07.2009

Magier, Monster und Mutant: Michael Jackson, der König des Pop, starb vergangene Woche als tragischer Freak

Nachruf: Gerhard Stöger

Am 25. März 1983 feierte das amerikanische Soullabel Motown sein 25-jähriges Bestehen mit einer Fernsehshow, auch Michael Jackson gratulierte. Als Geschenk hatte er einen neuen Tanz mitgebracht, den sogenannten Moonwalk. Der damals 24-jährige Sänger schlurfte rückwärts, schien sich aber vorwärts zu bewegen. Wobei, nein: Er bewegte sich nicht, er schwebte über dem Boden, hatte die Gesetze der Schwerkraft scheinbar überwunden.

Wenige Monate nach Erscheinen seines sechsten Soloalbums, „Thriller“, war Jackson in jenem Frühling 1983 drauf und dran, zum größten Unterhaltungskünstler seiner Generation zu werden. Am Ende der Dekade verehrte man diese Kreuzung aus einem handzahmen James Brown und einem in die Disco abgebogenen Fred Astaire als „King of Pop“; nur Elvis und die Beatles taugten in Sachen Erfolg, Hysterie und kulturelle Strahlkraft noch


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