Nüchtern betrachtet

Mir sehn sich dann am Freitag im Porgy

Feuilleton | aus FALTER 27/09 vom 01.07.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Bekenntnisse, wie sie sein sollen: „Eigentlich bin ich ja Starkstromtechniker“ (aus dem Munde eines Feuilletonredakteurs). Auch gut: „Eigentlich bin ich ja Krankenschwester“ (ranghoher Militär), „eigentlich bin ich Banker“ (ein Bäcker), „eigentlich bin ich Bäcker“ (ein Banker), „eigentlich bin ich Cool Jazzer“ (Emanuel Pogatetz). Viele werden vor dem Pathos solcher Konfessionen zurückschrecken, aber die meisten wird doch eine zarte Ahnung davon anwehen, dass es so, wie es ist, nicht hätte kommen müssen: In einem anderen Leben wäre alles ganz anders, bloß eines würde vermutlich gleich bleiben – dass man nämlich „eigentlich“ was ganz anderes wäre.

Die Diskrepanz zwischen Faktizität und Eigentlichkeit (eigentlich ein ganz hübscher Suhrkamp-Titel: „Faktizität und Eigentlichkeit“ – von Theodor W. Habermas) kann freilich dermaßen groß sein, dass man stante


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