„Wer auf den Boden schaut, kriegt nichts“

Steiermark | aus FALTER 27/09 vom 01.07.2009

Die meisten Grazer Bettler sagen, sie betteln auf eigene Rechnung. Wer sind diese Menschen?

Bericht: Donja Noormofidi

Wenn man Janka fragt, ob sie das Geld, das sie erbettelt, abliefern muss, reagiert die 54-jährige Bulgarin empfindlich: „Wir betteln nur für uns“, sagt sie energisch und rechnet vor: Im Schnitt bekämen sie und ihre Tochter pro Kopf und Nase etwa zwölf bis 15 Euro am Tag, die Unterkunft koste 415 Euro. „Mein Vater ist tot, wir beide sind auf uns gestellt und müssen uns selbst durchbringen“, mischt sich ihre 28-jährige Tochter Nushka ein. Ihre Arme und Beine sind verkrümmt, sie bettelt im Rollstuhl. Ob die anderen Bettler in Graz organisiert sind? „Die anderen interessieren uns nicht“, sagt Janka.

Die meisten Bettler in Graz sagen, dass sie auf eigene Rechnung betteln. Bekannt sind vor allem jene aus dem slowakischen Hostice, die in Pfarrer Puchers Vinzinest einen Schlafplatz finden. Darüber hinaus gibt es eine Handvoll Bulgarinnen, die bereits seit einigen


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