Heidi List

Identitäten

Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Kolumnen | aus FALTER 27/09 vom 01.07.2009

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen

Regelmäßig unterwegs mit Kind und Hund, wird man viel angesprochen. „Bub oder Mäderl?“, ruft es da in den Kinderwagen, was, da es sich um ein ganz besonders männlich-viriles Baby handelt, doch leicht kränkend ist. Von Hemingway weiß man ja, dass seine Mutter lieber ein Mäderl gehabt hätte und ihn als solches erzogen hat. Prompt musste er dann sein restliches Leben ganz besonders vollbärtig draufgängern und permanent rohen Bison mit Whisky runterspülen, damit niemand auf blöde Ideen kommt.

Solche Zwänge möchte man dem eigenen – wie gesagt, ohnehin äußerst männlichen – Baby für später natürlich ersparen. Aber dem permanenten „Bub oder Mäderl“ kommt man nicht aus. Dazu kommt noch, dass der Hund, ein für einen Bullterrier ausgesprochen ätherisch-feminines Geschöpf, seit kurzem eine extra girlie-sexye, kirschrote Halsband-Leinen-Kombi spendiert bekommen hat und seither aussieht wie, naja, Audrey Hepburn in Bullterrier. Trotzdem fragen die anderen Hundehalter: „Is a Weiwal?“ Wenn das Vieh jetzt mit seiner Genderidentität zu hadern beginnt, werde ich wahnsinnig.


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