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Paulus Mankers Jederfrau: alle Jahre wieder „Alma“

Lexikon | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 27/09 vom 01.07.2009

Zwei Fixpunkte kennt der Theatersommer: den „Jedermann“ auf dem Salzburger Domplatz und „Alma – A Show Biz ans Ende“. Das „Polydrama“ von Joshua Sobol (Text) und Paulus Manker (Regie) über Leben und Lieben von Alma Mahler-Werfel, Frau und Freundin bedeutender Männer wie Gustav Mahler und Walter Gropius, Oskar Kokoschka und Franz Werfel, hatte 1996 im Sanatorium Purkersdorf Premiere. Die Inszenierung, die schon in Venedig, Lissabon und Los Angeles gastierte, ist heuer zum zweiten Mal in einem riesigen, leer stehenden Postgebäude hinter der Börse zu sehen (ehe sie im Oktober nach Jerusalem geht, wo im ehemaligen Zentralgefängnis der britischen Mandatsverwaltung gespielt wird).

Fiktiver Rahmen des Abends ist ein Geburtstagsfest für Alma Mahler-Werfel, die inzwischen 130 Jahre alt wäre. Der Zuschauer ist eingeladen, sich in eine „Kamera“ zu verwandeln und einer von drei Alma-Figuren (neu im Ensemble: die aus dem Schauspielhaus der Ära Berg/Kosky bekannte Melita Jurisic) durch die Räume des Hauses – darunter ein Spital, eine Küche und ein Ballsaal – zu folgen. Der Eintritt ist zwar geschmalzen (€ 115,–), beinhaltet aber ein gutes warmes Essen (Catering: Restaurant Hebenstreit) in der Pause und alle Getränke.

Kenner der Aufführung wissen: Der Höhepunkt des Abends findet gleich nach der Pause statt, wenn Alma ihrem Liebhaber Kokoschka (Paulus Manker) eröffnet, dass sie von ihm schwanger ist, das Kind aber nicht bekommen möchte. Wie Manker darauf reagiert, sollte man zumindest einmal erlebt haben.

k.k. Post- und Telegrafenamt, Voraufführungen Fr bis Mo 20.30, Wiederaufnahmepremiere Mi 20.30, Do 20.30 (bis 31.7.)


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