„Gefühle sind falsche Freunde“

Extra | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Die französische Choreografin Maguy Marin im Gespräch über Beckett, Ballett und Gruppendenken

Interview: Elfi Oberhuber

Die Zeit bleibt stehen, verliert ihre Bedeutung. Das Leben wird ganz leicht, obwohl sich gerade seine tiefsten Abgründe aufgetan haben, und die Momente des Glücks in der Vergänglichkeit von Werden und Sein auch nur eine Nebenrolle spielten. Gerät man als Zuschauer am Ende eines Stücks in dieses Stadium, ist etwas ganz Großes geschehen: Die Vision der französischen Choreografin Maguy Marin hat ihn verschluckt und in ihrer fantastischen Realismusbetrachtung festgehalten.

Die Art, wie sie ihm näher gebracht wurde, lässt ihn abheben. Freude über zehn Halbtote in braunen Kitteln und geknickter Haltung, die wiederholt um einander herumschlurfen, als gäbe es in ihrer Mitte etwas zu gewinnen. Im exakten Unisono steigern sie ihre wahnwitzig zaghaften Minibewegungen bei immer lauter werdendem Stöhnen und immer schnellerem Tempo zu einem grotesken Comic: In „May B“,


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