Wie politisch kann Performance sein?

Extra | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Sex und Gewalt bei ImPulsTanz: neue Stücke von Ann Liv Young, Davis Freeman und Jan Fabre

Text: Wolfgang Kralicek

Für die unverblümte Übermittlung unangenehmer Nachrichten gibt es im Volksmund die anschauliche Redewendung „mit dem Arsch ins Gesicht fahren“. In „The Bagwell in me“, der neuen Arbeit der aktionistischen New Yorker Performerin Ann Liv Young, muss man diese Redewendung ziemlich wörtlich verstehen.

Die unangenehme Nachricht lautet: George Washington, erster Präsident der Vereinigten Staaten, war ein Sklavenhalter. Und übermittelt wird sie dermaßen „explizit“, dass der Besuch der Vorstellung – erstmals in der Geschichte von ImPulsTanz – unter 18 Jahren verboten ist. Auf einer Bühne, die wie ein kitschiges Mädchenzimmer aussieht, imaginiert sich Ann Liv Young, wie George Washington eine Affäre mit einer Sklavin hat. Zwischen Oralverkehr und Folterszenen werden Popsongs geträllert, darunter Michael Jacksons „Billie Jean“. Höhepunkt der grellen, trashigen


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