Wahnsinn gestern und heute

Extra | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Ein schwer zu fassendes Vermächtnis: Georg Blaschke bringt ein expressionistisches Solo von 1929 auf die Bühne

Text: Bettina Hagen

Die Aufforderung „Jetzt bist du dran“ hat Andrei Jerschik (1902–1997) als Gruß an Harmen Tromp (geb. 1950) unter seine Aufzeichnungen zur Choreografie „Mensch im Wahn“ geschrieben. Jetzt ist sie der Titel eines Stücks von Georg Blaschke, in dem er die Weitergabe und Rekonstruktion dieser Choreografie zum künstlerischen Untersuchungsgegenstand macht. Der junge Petr Ochvat übernimmt den Part, dieses expressive Werk heute zu tanzen.

Vier Generationen von Tänzern bemühen sich also um die 1929 uraufgeführte Bewegungsstudie eines Mannes, der zu Musik von Sergej Rachmaninov zwischen Verfolgungswahn, Tobsuchtsanfall, Größenwahn und Absturz hin und her gebeutelt wird.

Die Tänzer/Choreografen Blaschke und Tromp nehmen auf der Bühne Platz, gleichsam als Wächter über ein schwer zu fassendes Vermächtnis: ausdrucksstarke Bewegungsabfolgen, die Jerschik


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