Buch der Stunde

Lexikon | Anja Hirsch | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Hand aufs Herz: Wer hat sie wirklich gelesen – Dante Alighieris „Göttliche Komödie“, jene gigantische Verserzählung über eine Reise in die Unterwelt zum Zwecke der Läuterung? Vielleicht schafft man es, diese Lücke jetzt dank Rolf Boysen zu füllen. Schieben wir vorerst einmal alles beiseite, was man eigentlich über Dante Alighieris „Göttliche Komödie“, dieses prominente Stück Weltliteratur aus dem frühen 14. Jahrhundert, wissen muss: dass mit ihren toskanisch leichtfüßigen Terzinen die volkssprachliche Literatur ihren Anfang nimmt und das bis dahin alles beherrschende Latein hinter sich lässt; dass sie ein Kompendium mittelalterlichen Wissens ist; dass Dante die gesamte Geschichte seiner Vaterstadt Florenz, die ihn verbannt hat, darin aufblitzen lässt – und dass er beherzt aus der Antike geklaut hat, wie im Mittelalter üblich.

Erinnern wir uns stattdessen an das, was bis heute fasziniert: die gewaltige Architektur dieser Jenseits-trichter, die Dante entwirft.


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