Noch im Kino

Meisterwerk: „Neue Zeiten — La Vie moderne“

Lexikon | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Die erste Einstellung führt eine gewundene, nur provisorisch befestigte Straße hinauf und hinunter, auf einen der hier, im französischen Mittelgebirge, wie von der Zeit vergessenen Bauernhöfe zu. Aus dem Off hebt die Stimme des Filmemachers an: „Am Anfang sind diese Straßen. Am Ende der Straßen liegen Bauernhöfe. Auf diese Höfe kehre ich zurück.“ Raymond Depardon schließt mit „Neue Zeiten – La Vie moderne“ seine große Dokumentarfilmtrilogie „Profils paysans“ ab. Für den Regisseur bedeutet der Film eine Rückkehr im doppelten Sinn: einmal ins Kino, auf 35mm und im Scopeformat, zum anderen zu Menschen, die er zum Teil schon ewig kennt. Er handelt von Bauern und Schäfern, den letzten Zeugen eines vom Aussterben bedrohten Metiers, zeigt ihre Arbeit und ihr Leben heute. „Was willst du später einmal werden?“, fragt der Filmemacher einen kleinen Jungen. „Bauer“, erwidert er, genau wie sein Vater, und die Mutter sagt leise: „Das wird es dann nicht mehr geben.“ MO

Ab Fr im Filmhauskino (OmU)


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