Wo war der Chef, als das Wasser kam?

Falter & Meinung | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Die Wiederkehr des Realen: der Wasserschaden in der Albertina und die Ideologie des Fakes

Kommentar: Matthias Dusini

Eigentlich ist die Aufregung bereits verdunstet. Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass Wasser in das Grafikdepot der Albertina eingedrungen sei. Die Museumsleitung beschloss eine Evakuierung, da bei einer zu hohen Luftfeuchtigkeit dauerhafte Schäden an den Papierarbeiten zu befürchten waren.

Nun stellt sich natürlich die Frage, wer verantwortlich dafür ist, dass Wasser in einen wenige Jahre alten Hochsicherheitsraum eindringen konnte. Und auch ob es nicht absurd sei, wenn die installierte Robotanlage im Notfall ausfällt und dadurch die Rettung der Bestände behindert.

Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder hat Recht, wenn er sagt, die Suche der Fehlerquelle in der Betondecke sei unglaublich aufwendig und vielleicht sogar erfolglos. Wer schon einmal ein Loch im Fahrradschlauch gesucht hat, ohne ihn aufgepumpt in Wasser zu tauchen, kann sich in etwa das Unterfangen vorstellen.


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