Jung, islamisch, gefährlich

Politik | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Analyse: Stefan Apfl

Ein Phantom treibt sein Unwesen in Europa. Auf Birminghams Straßen skandiert es die Parolen der Taliban, in Paris steckt es Autos in Brand, in Wien kollaboriert es von seinem Kinderzimmer aus mit dem Al-Kaida-Netzwerk. Es ist die muslimische Jugend. Eine Generation von Immigrantenkindern, die unter uns erwachsen wurde und sich nun gegen uns richtet. Gegen unsere Demokratie, gegen unsere Werte, ja, gegen unser Leben.

Es ist das Phantom, das Law-and-Order-Politiker wie Maria Fekter, Islamskeptiker wie die Deutschtürkin Necla Kelek und rechte Hetzer wie Hollands Geert Wilders konstruieren. Eine ganze Generation wird mit einer radikalen Minderheit gleichgesetzt. Auf Ursachen und Hintergründe reagieren sie mit radikaler Vereinfachung. Simple Fragen – wer ist diese muslimische Jugend überhaupt und was bewegt sie? – interessieren sie nicht.

Leiser als diese Schreier äußert sich eine andere Öffentlichkeit. Es sind abwägende Stimmen, die die hitzige Diskussion zwar


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