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Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Mit der Schura zu Demokratie?

Islam und Demokratie? Geht nicht zusammen, möchte man meinen. Warum das geschichtlich betrachtet nicht richtig ist, besprach der Historiker Michael Mitterauer im Februar in einem Vortrag im Wiener Rathaus. Sein zentraler Gedanke: Die Traditionen der parlamentarischen Demokratie hätten nichts spezifisch Christliches inne, das mit dem Islam unvereinbar sei. Das Organisationsprinzip der weströmischen Kirche habe den modernen Parlamentarismus zwar befördert, mit der „Schura“, was „Beratung“ bedeutet, gebe es aber im Islam ein vergleichbares Prinzip, das der Demokratie Platz schaffen könnte.

Wolfgang Zwander

Michael Mitterauer: Parlament und Schura. Picus, 64 S., € 7,90

Die Geschichte des Geldes

Italienische Banker lernen bei den Arabern Mathematik und schaffen damit die Grundlage für den Bau- und Kunstboom der Renaissance. Mit dem Erfinden neuer Wertpapiere konnten die Niederländer im 17. Jahrhundert ihren Aufstand gegen die spanischen Habsburger finanzieren und schließlich siegen. Der Historiker Niall Ferguson bringt zahlreiche Beispiele dafür, dass Geschichte oft Finanzgeschichte ist. Er fragt sich aber auch im von Katrina zerstörten New Orleans, warum der Markt keinen ausreichenden Katastrophenschutz entwickelt. Sogar ein Kapitel über die Gründe für die Finanzkrise ist sich vor der Veröffentlichung noch ausgegangen.

Cornelia Mayrbäurl

Niall Ferguson: Der Aufstieg des Geldes. Die Währung der Geschichte. Econ, 368 S., € 25,60


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