Wieder gelesen

Bücher, entstaubt

Politik | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Apokalypse now?

Derrida greift mit Kant jene an, die das Ende der Philosophie, des Subjekts, der Geschichte postulieren, und zeigt auf, dass ein aufklärerischer Ton der Apokalypse nur Vollendungsvorstellungen Raum geben kann. Was für Freud der Urvater war, ist für Derrida im Gegensatz der „letzte Mensch“, der mit der „letzten Stimme“ spricht. Dieses Denkmodell, hinter dem ein großes Paradigma vermutet werden kann, stellt er wiederum infrage. Womit er Anfang der 80er-Jahre den Diskurs zur Positionsbestimmung der Postmoderne stärkte, die angesichts totalitärer Stimmen heute noch geschwächt erscheint.

Marianne Schreck

Jacques Derrida: Apokalypse. (Franz. 1983), Passagen, 128 S., € 16,50


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