Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Seine Patienten nennen den Mann mit den müden Augen Paul. Psychotherapeut Paul Weston hat wieder einen anstrengenden Tag. Laura, die junge Ärztin, kommt seit einem Jahr zu ihm. Vor dieser Sitzung hatte sie Streit mit ihrem Freund, betrank sich und landete beim Sex mit einem Fremden auf der Toilette. Paul hört sich alles an – und findet heraus, dass Laura ein Problem hat: Sie liebt ihn, ihren Therapeuten. „Was soll ich jetzt tun?“, fragt Laura. „Darüber reden wir nächste Woche“, sagt Paul. Mit Close-ups, ruhiger Kamera und Kammerspielatmosphäre wirkt „In Treatment“ (Mo, ORF 2, 0 Uhr) wie ein teurer Spielfilm. Die neue Serie des US-Qualitätssenders HBO („The Sopranos“) erzählt die Geschichten rund um die Praxis des Seelenarztes auf eine angenehm stille Art. Jede dreiviertelstündige Episode ist einem Patienten und seinem Gesprächstermin gewidmet. Der Therapeut, gespielt vom wunderbaren Charakterdarsteller Gabriel Byrne, steht im Mittelpunkt der Handlung. Er ist der neue Typus Serienheld. Einer, der zuhören kann.


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