Enthaarung statt Paarung

Feuilleton | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Sacha Baron Cohens gehypte Mockumentary „Brüno“ ist weniger lustig, als man annimmt, aber realistischer, als man glaubt

Essay: Klaus Nüchtern

Die Zeiten, als Figuren wie Kurt Waldheim oder Jörg Haider Österreich internationale Wahrnehmung garantierten, sind zwar schon etwas länger her, aber an Aufmerksamkeitsentzug muss das Land nicht leiden. Auf die im Frühjahr weltweit ausgestrahlte Austrian Horror Picture Show mit Josef F. folgt nun die Farce „Brüno“, und wieder schwärmen die Reporter aus, um die psychischen Abgründe einer Nation auszuleuchten.

Vor allem britische Medien haben daran ihre unverhohlene Freude: „Die Österreicher sind empört, weil sie gehört haben, dass Witze über Hitler vorkommen sollen (ich dachte, sie hätten damit mittlerweile zu leben gelernt, aber egal)“, kommentierte Hadley Freeman im Guardian süffisant die Aufregung, die die bevorstehende Premiere von „Brüno“ hierzulande ausgelöst haben soll.

Alles, was irgendwer irgendwo in der schrulligen


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