Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Konfliktmanagement kann nicht jeder so gut

Wenn man jähzornig veranlagt ist, sollte man besser das Haus nicht verlassen. Oder zumindest die Nummern der wichtigsten Beschwerdehotlines im Mobiltelefon eingespeichert haben. Ist einem zweimal hintereinander ein öffentliches Verkehrsmittel vor der Nase weggefahren, ruft man einfach dort an und schimpft ein bisschen. Der Mensch am anderen Ende der Leitung ist perfekt geschult im Umgang mit der aufgebrachten Bevölkerung, vermittelt und besänftigt, und dann kommt auch schon der nächste 13A. Das ist besser als teure Yogastunden oder autogenes Training. Eher nicht so gut in Sachen Konfliktmanagement war jener Vertreter der Exekutive, den man unlängst ausgerechnet an einem Tretgitter am Ring positioniert hatte. Der junge Mann musste dafür sorgen, dass – wieso auch immer – niemand die Absperrung passiert; was einige sehr böse machte. Ein Deutscher versuchte es trotzdem. Der Polizist: „Wenn’s Ihnen hier nicht passt, gehen Sie doch zurück, wo Sie hergekommen sind.“ Irgendwer braucht hier dringend Yogastunden.


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