Generation Aufstieg

Stadtleben | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Reportage: Joseph Gepp

Die Geschichte von Hüseyin K1l1c’ Aufstieg beginnt im Jahr 1990, mit 20 Tonnen Lammfleisch.

Sie sollten aus der Slowakei importiert werden, als Grundstock für den ersten eigenen Laden. Aber das Geld fehlte, und weil Lammfleisch nicht nach Innovation und neuer Technologie riecht, verweigerte auch die Bank einen Kredit. Also suchte K1l1c in der türkischen Gemeinschaft nach Hilfe. Zwei Tage später drückte ihm ein Freund ein Überbringersparbuch in die Hand, eine halbe Million Schilling, das dazugehörige Passwort stand auf einem Notizzettel. Ein Gastarbeiter hatte es in Jahrzehnten angespart, nun verborgte er es zinsenfrei, denn „Zinsen sind unislamisch“, sagt K1l1c.

Heute sitzt K1l1c in einem Schanigarten im Ottakring. Er trägt ein leger gestreiftes Hemd wie ein Banker am Casual Friday. Er trinkt Schwarztee aus einem tulpenförmigen Glas, und alle drei Minuten klingelt hinter einer schwarzen Lederhülle sein Handy.

Der hilfsbereite Gastarbeiter sollte sein Geld


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