Der ehrlich gute Tiger

Stadtleben | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Ein wiedereröffnetes Beisl im 2. zeigt, wie zeitgenössisch Wiener Küche sein kann

Kraftort hin oder her, früher hat man einfach gewusst, wo man Gasthäuser hinstellt. Auf den Johannes-von-Gott-Platz zum Beispiel, weshalb es hier schon immer einen Wirten gab, der, nachdem ein weißer Tiger aus dem Zirkus Renz ausgebrochen und in der Nähe gestellt wurde, Zum weißen Tiger hieß.

Als Bernhard Basziszta mitbekam, dass das Gasthaus nicht nur frei war, sondern auch so einen tollen Namen hatte, sah er den Zeitpunkt für die nächste Zündstufe seiner gastronomischen Karriere gekommen: Acht Jahre nach der Eröffnung seines Bier-Cafés Brendl in der Sperlgasse bot sich nun die Möglichkeit, endlich auch ein Wirtshaus zu machen. Sein Architektenonkel sorgte für ein schlichtes Design, bei dem es eine Schank und grüne Holzvertäfelung gibt, aber halt beides ganz anders und sehr zeitgemäß, keine Musik, keine Klimaanlage, keine Bilder.

Was man nicht auf den ersten Blick sieht, ist das Prinzip der

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