Die Verzerrung einer Debatte

Steiermark | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Fünf Irrtümer in der Diskussion um den Fall Anna L. und ein erweitertes Bettelverbot in der Steiermark

Analyse: Donja Noormofidi, Thomas Wolkinger

Applaus von der falschen Seite war zu befürchten, als der Falter die Geschichte der 26-jährigen, schwer behinderten Frau Anna L.* aus Rumänien protokollierte (Falter 27/09). Anna L. hatte im Gespräch erzählt, wie sie seit frühester Kindheit von ihrer Mutter zum Betteln auf die Straßen von Rumänien, Kroatien, Belgien und zuletzt in Graz geschickt wurde und dass sie das erbettelte Geld ablieferte, weil man ihr wiederholt gedroht habe. Damit lag erstmals das Zeugnis einer Frau vor, die angab, seit ihrer Kindheit ausgebeutet zu werden. Der Falter beschloss, Anna L. ihre Geschichte erzählen zu lassen, die sich im Kern immer wieder um eines dreht: Angst, extreme Armut und den Wunsch, nicht mehr betteln zu müssen.

Die Reaktionen von Politik, Polizei und Medien, die ihr Bericht auslöste, haben in Folge nicht nur dazu gedient, das Schicksal


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