Die Überwindung des „Irre“-Seins mit der Kunst

Steiermark | aus FALTER 28/09 vom 08.07.2009

Mit der „Prinzhorn Collection“ ist eine der einflussreichsten Kunstsammlungen der Moderne im Stift Admont zu sehen

Kunstkritik: Herwig G. Höller

Drei in Wasserfarben gemalte Himmelskörper stoßen zusammen, und Oskar Herzberg schwant Düsteres. Der Psychiatriepatient und Künstler, der stolz mit „Generaldirektor an der Königl. Nervenklinik in Leipzig“ unterzeichnete und ein Problem mit Doppelkonsonanten hatte, fügte seinem vor 1912 datierten Bild ein paar erläuternde Zeilen hinzu: „Erklärung über Erduntergang am 3. April 2053 infolge zusamenpral des Eiskomet mit Komet Bila.“ Die Konsequenz: „Sone, Mond, Sterne erbleichen, stürzen senkrecht in endlose nacht“.

Reaktion auf den Hype um den Kometen Halley im Jahr 1910 oder doch dunkle Vorahnung? Mit dem Ersten Weltkrieg ging jedenfalls für Millionen von Europäern tatsächlich eine Welt unter, und das Ausmaß des Tötens sorgte für grassierenden Wahnsinn. Und auch viele Bilder von seinerzeit sogenannten „Geisteskranken“,

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