Seinesgleichen geschieht

Faymanns Problem: Bringt die AUA verbrauchte politische Energie zurück?

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Manche Zeitungsleser haben ein Déja-vu. Man liest schon wieder Abgesänge auf den roten Bundeskanzler, es erscheinen Nachrufe zu Lebzeiten, und diejenigen, die sich nun hinter vorgehaltener Hand als die größten Fans des Alfred Gusenbauer zu erkennen geben – sie waren’s schon, als ihre Blätter an ihm sägten –, halten bereits Ausschau nach den Nachfolgern Werner Faymanns.

Wer Politik by Umfrage zu seinem Ziel erhoben hat, darf sich darüber nicht wundern. Wer Allianzen mit radikalopportunistisch strukturierten Boulevardblättern schließt, ermutigt das Milieu der diffusen Ressentiments: Österreich ist eine kriminalitätsverseuchte Enklave innerhalb einer europäischen Union, welche wiederum als von Verbrechern in Brüssel gesteuerte Diktatur dem schwindend kleinen deutschösterreichischen Rest unserer Bevölkerung das Leben sauer macht. Die Welt ist voller Gangster, deren Tun von den Verbrechern vertuscht wird: Erst schafften sie Jörg Haider, dann Michael Jackson aus dem Weg,

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