Meinesgleichen

Aus der weiten Welt der Meinung

Falter & Meinung | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Manche von uns hatten eine interessante Jugend. Zu denen gehört auch der langjährige ORF-Generalintendant Gerd Bacher, der kürzlich dem Südtiroler Nachrichtenmagazin ff über seine politischen Jugendjahre erzählte: „Wir sind in den 50er-Jahren regelmäßig nach Südtirol gefahren und haben dann dort die Leute kennengelernt, den Kerschbaumer, den Klotz, den Amplatz, den Innerhofer … Dann wurde der BAS gegründet (Befreiungsausschuss Südtirol, Anm.), wobei wir, also der österreichische Teil, dafür zuständig waren, Geld und Sprengmaterial zu beschaffen sowie für Propaganda zu sorgen. (…)

Landeshauptmann Wallnöfer (…) wusste alles – aber der hat geschwiegen wie ein Grab. Bescheid gewusst hat auch der Bruno Kreisky: Wir haben ihm ja den Amplatz, den Klotz, alle diese Leute ins Bundeskanzlerhaus gebracht. In meiner Gegenwart hat Kreisky mal gesagt: Wegen ein paar Brücken und Masten werden wir doch nicht wehleidig sein. Aber keine Menschen! (…)

Wir waren für den Partisanenkrieg (…). Obwohl ich zunächst dagegen war, habe ich mich dann wahnsinnig über die Feuernacht gefreut. Das war einfach fantastisch! In einer einzigen Nacht vierundvierzig Masten … rums! Etwas Vergleichbares hat es im ganzen Nachkriegseuropa nicht gegeben.“ – „Herr Bacher, haben Sie selbst beim Sprengen mitgemacht?“, fragt ihn ff. „Nein, das habe ich nicht. Beim Besorgen von Material ja. Wir waren – wenn man so will – der politische Arm.“

Gerd Bacher, politischer Arm der euphemistisch „Südtirolbumser“ genannten Sezessionsterroristen

Quelle: Nachrichtenmagazin ff 28/2009


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