Kommentar

Zwischen Papst Benedikt und Attac steht nur einer: Gott

Wirtschaft

Falter & Meinung | Robert Misik | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Die Welt der Hochfinanz ist eine undurchsichtige Sache: Wahrscheinlich deshalb hat der Vatikan im vergangenen September, als sich im Bankensystem ein sehr profaner Werteverfall breitmachte, in heller Panik eine Tonne Gold gekauft.

Danach hat sich Papst Benedikt wieder seinem Kerngeschäft zugewandt und eine Enzyklika geschrieben: die nun veröffentlichte Sozialenzyklika. Kein Problem wird ausgelassen: der Hunger in der Welt, aber auch die Gier nach Renditen; ethische Unternehmensführung kommt zur Sprache, aber auch die Bedeutung der Erbsünde für das Wirtschaftsleben (schließlich ist der Mensch seit Adams Sündenfall eine „zum Bösen neigende Natur“, also braucht man sich über einen Madoff nicht zu wundern). Sogar Details wie Mikrokredite werden diskutiert.

Benedikt wendet sich gegen die gängige Dichotomie: dass die Wirtschaft ethisch neutral sei, sie für die Gewinne zuständig ist, und die Sozialpolitik später für die Moral, also für die gerechte Verteilung. In dieser Vorher-nachher-Balance


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige