Kolumne

In Afghanistan riskiert Obama ein zweites Vietnam

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Afghanistan galt einmal als der gute Krieg. Von den Al-Kaida-Lagern am Hindukusch waren die Attentäter des 11. September ausgeschickt worden. Der Sturz der Taliban durch die USA erschien als Akt der Selbstverteidigung, legitimiert durch die UN und getragen von der breiten Zustimmung der Weltöffentlichkeit. Ein greller Kontrast zum unprovozierten Irakkrieg George Bushs.

Acht Jahre später ist alles anders. Bin Laden hat seine Basen in Pakistan, nicht in Afghanistan. Acht Jahre fremde Truppen und tausende zivile Tote haben die Bevölkerung für die antiwestliche Aufstandsbewegung empfänglich gemacht. Die westlichen Truppen sind in einen blutigen Guerillakrieg verstrickt, ähnlich wie die Sowjetunion nach der Invasion 1979.

Die im Herbst bevorstehende afghanische Präsidentschaftswahl hat die Zahl der gewaltsamen Zusammenstöße dramatisch erhöht. Die britischen Verluste in Afghanistan – 184 Tote – übertreffen inzwischen die Gefallenen des Irakkriegs. Auch die deutsche Regierung, die


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