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Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Herr Kling, wie sicher ist das Wiener Trinkwasser?

Infolge der Überschwemmungen wurde das Trinkwasser in mehreren niederösterreichischen Bezirken, darunter Amstetten, Krems und Melk, mit Colibakterien verseucht. Walter Kling von den Wiener Wasserwerken erklärt, wie die Fäkalkeime ins Trinkwasser kommen konnten und warum das in Wien nur schwer möglich wäre.

Wer ist schuld an der Verunreinigung?

Ich will auf niemanden mit dem Finger zeigen. Verschmutzung ist ein gängiger Folgeschaden eines Hochwassers und entsteht durch den Eintritt von Oberflächenwasser ins Trinkwassersystem. Eine Flutwelle schwemmt Heizöl aus den Kellern und alle möglichen anderen Giftstoffe mit. Das war auch beim Hochwasser 2002 so.

Wie kann man Grundwasser schützen?

Ein Brunnen muss von oben abgedichtet sein. Wenn die Wartung nicht optimal ist, kann etwas hinein gelangen. Ist ein Brunnen einmal verschmutzt, muss man den Dreck komplett hinauspumpen.

Besteht auch für Wien ein Risiko?

Das Wiener Wasser stammt grundsätzlich aus Gebieten an der Rax und am Hochschwab. Trinkwasserverunreinigung ist seit dem Bau der Hochquellwasserleitung 1873 erledigt. Bis dahin gab es regelmäßig Epidemien.

Aber nicht alles Trinkwasser in Wien stammt aus Hochquellwasserleitungen.

Über das Jahr gerechnet stammen 97 Prozent aus Hochquellwasserleitungen. Es ist richtig, dass wir in Zeiten extremen Bedarfs und wenn eine Hochquellwasserleitung gewartet wird, Wasser aus der Lobau beimengen. Aber bei einem Hochwasser werden diese Quellen sofort geschlossen.

Wie überprüfen Sie die Wasserqualität ?

Von der Wasserentnahme an der Quelle wird kontinuierlich die Qualität gemessen. Wir können mithilfe von Sonden jederzeit online feststellen, ob sich die Qualität ändert und was die Veränderung herbeiführt. Außerdem gibt es ein umfassendes Beprobungsprogramm durch das Institut für Umweltmedizin und andere Experten.

Interview: M.G. Bernold


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