„Bauernschlau? Das ehrt mich“

Politik | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

ÖVP-Chef Josef Pröll über seine moderne schwarze Politik, die man bisher noch nicht sieht

Interview: Julia Ortner

Ein schmuckloses Hinterkammerl im EU-Ratsgebäude, der Finanzminister, ein Rudel Beamte und Diplomaten, eine ORF-Kamera – ein historischer Moment. Josef Pröll unterschreibt mit den Luxemburgern ein Doppelbesteuerungsabkommen. Dann das übliche Händeschütteln für die Fotos, und Pröll muss weiter zum nächsten Termin: dem Ecofin-Finanzministertreffen. Brüssel, das heißt nicht nur mit den Mächtigen Europas an einem Tisch sitzen, sondern viel unglamouröse Hintergrundarbeit.

Der Vizekanzler und ÖVP-Chef hat eine heikle Mission: Österreich will durch die Lockerung seines Bankgeheimnisses für Ausländer von der grauen Liste der EU für Steueroasen. Dafür muss Pröll neue Doppelbesteuerungsabkommen abschließen und im Parlament das Bankgeheimnis zur Änderung vorlegen – noch verweigert die Opposition ihre Zustimmung für die nötige Zweidrittelmehrheit. Seit 2003 ist


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