Sie hat sich reingeschwindelt

Politik | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Die Gehörlose Helene Jarmer sitzt im Parlament. Das ist kein Verdienst der Behindertenpolitik

Porträt: Ingrid Brodnig

Ich bin gehörlos. Ich höre wirklich nichts. Und gleich vorab: Schreien nützt nichts“, das sind einige der ersten Worte, die Helene Jarmer ans Parlament richtet. Oder genauer gesagt: Mittels Gebärdensprache sagt. Eine Dolmetscherin übersetzt für alle anderen Abgeordneten.

Vergangenen Freitag wird Jarmer angelobt. Die 37-Jährige ist die erste gehörlose Abgeordnete, sie hat einen bewegten Lebenslauf. Als Zweijährige verlor sie bei einem Unfall im Kinderwagen ihr Gehör, dann kämpfte sie sich durchs Schulsystem, obwohl sie im Unterricht nichts hörte, und machte schließlich die Matura.

Aber Jarmer ist kein Beweis dafür, wie gut die Förderung behinderter Menschen in Österreich funktioniert. Im Gegenteil: Sie sitzt nicht dank, sondern trotz des Systems im Parlament.

Die großgewachsene blonde Abgeordnete studierte Pädagogik mit Auszeichnung, spricht neben der österreichischen

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige