Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Wie Erzengel das Widerstandscamp im Augarten stürmten

Das Sonderkommando kam im Morgengrauen. Die Wega-Beamten waren nicht da, um Drogendealer auszuheben. Sie sollten ein paar Anrainer entfernen, die gegen ein Bauprojekt im Augarten ein Widerstandscamp errichtet hatten. Die Aktivisten, alles „keine Berufsdemonstranten“, hatten da schon Bammel, erzählt Raja Schwahn-Reichmann, Künstlerin und Sprecherin der Bürgerinitiative Josefinisches Erlustigungskomitee: „Sie waren wie eine Schar von Erzengeln, die uns aus dem Paradies vertreiben will.“ Die Anrainer ließen sich von den Beamten vor das Tor des Augartens tragen. Sie kämpfen gegen ein Projekt der Sängerknaben, die hier eine Konzerthalle errichten wollen – eine unsensible Verbauung des Barockparks, der für viele so etwas wie ihr Garten ist, findet die Initiative (siehe Kommentar S. 6). Sie gibt nach der martialischen Räumung nicht auf: Mit Aktionen im Park und der Beobachtung der Probebohrungen will man versuchen, den Augarten doch hallenfrei zu halten.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige