Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Stell dir vor, du stirbst und Roman Rafreider kommentiert deine Begräbnisfeier im Fernsehen – es ist zum Fürchten. Der fast schon zu fabelhaft aussehende „ZiB“-Moderator, betont lässig wie immer, wurde bei der ORF-Übertragung der Michael-Jackson-Trauerfeier unter anderen vom ewigen Ö3-Radiogesicht Peter L. Eppinger flankiert. Das hat selbst ein fragwürdiger Held wie Jackson nicht verdient. Vier Stunden voller cooler Genervtheit (Rafreider) und anstrengendem Tratsch (Eppinger), Jackson musste sich sogar mit unserem Falco selig vergleichen lassen, naja, beide Spitzenmusiker. Wobei die Veranstaltung ohnehin schon eher grenzwertig angelegt war. Öffentliches Trauern ist immer ungut, aber die bigotte Verlogenheit, mit der sich der Jackson-Clan der Welt präsentierte, war nur mehr grauslich. Als Kind wurde Michael vom brutalen Vater zum Fall für die Psychiatrie geprügelt, die anderen haben mitgespielt. Beim Begräbnis führten sie dann auch noch Jacksons letztes privates Geheimnis vor: die kleine Tochter, die um ihren Daddy weinte.


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