Provokant, ironisch, dokumentarisch: Ausstellungen in Prag und Wien erinnern an das Wendejahr 1989 und die Folgen für die Kunst

Feuilleton | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Zwei Jahre Vorbereitung stecken hinter der vom Kunsthistoriker Vít Havránek und dem Künstler Zbynek Baladrán kuratierten und von der Erste Stiftung finanzierten Ausstellung „Monument to Transformation“ in der Stadtbibliothek Prag.

Zu sehen sind einige inzwischen kanonische Werke, die Osteuropa zum Thema haben, etwa Anri Salas Film „Intervista“ (1994) über die kommunistische Vergangenheit seiner Mutter. Oder Harun Farockis „Videogramme einer Revolution“ (1991), das filmische Dokumente der rumänischen Revolution versammelt.

Gedächtnispolitik im Vergleich: Fernando Sánchez Castillo zeigt einen Film, in dem ein Auto eine Franco-Büste über die Erde schleift. Die Auswahl spiegelt eine Distanz zur Beweiskraft des Dokumentarischen. Die Tristesse des Postkommunismus kommt nur in den Fotos der Künstlergruppe Big Hope Out ungefiltert zur Darstellung: Budapester Obdachlose fotografierten ihren Alltag.

Es überwiegen Arbeiten auf Papier, Zeichnungen mentaler Landkarten. Ein schönes


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