Sein letzter Weg

Stadtleben | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Was kann ein ausrangierter Porsche 924 über die Weltwirtschaft und ihre Krise erzählen? Fast alles

Reportage: Joseph Gepp

Diese Geschichte beginnt mit Richard Rallinger, der am 10. April 2009 etwas zögerlich ein Autohaus in Favoriten betritt, um einen neuen BMW zu kaufen. Sie endet mit Stahlwerkdirektor Markus Ritter, der hinter einem großen Schreibtisch in Graz über schwierige Zeiten redet und dabei ein Anschauungsexemplar selbstproduzierten Baustahls in der Hand dreht. Und sie geht über ein Dutzend Arbeiter am Schrottplatz im Industriegebiet von Laxenburg, 22 Kilometer südlich von Wien. Für sie ist heute ein besonderer Tag.

Denn ein Porsche, Modell 924, Baujahr 1978, soll verschrottet werden. Das kommt selbst in Zeiten der Schrottprämie nicht oft vor. Die Arbeiter grinsen betreten, einer schüttelt den Kopf. Sie fahren mit ihm eine letzte Runde über den Platz, einige sind noch nie zuvor in einem Porsche gesessen. Ihn nun zu zerschreddern, das scheint den Arbeitern, als würde man


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