Buch der Stunde

Lexikon | Oliver Hochadel | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Der Jupiter hat vier Monde, und unser Mond ist übersät von Bergen und Tälern. Vor genau 400 Jahren richtete Galileo Galilei sein selbstgebasteltes Fernrohr in den Himmel über Padua. Im selben Jahr veröffentlichte Johannes Kepler seine „Astronomia Nova“. 1609, das Wunderjahr der Astronomie, fungiert als Aufhänger für Thomas de Padovas Doppelbiografie „Das Weltgeheimnis“. Das Hin- und Herblenden zwischen Kepler und Galilei sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern auch für erhellende Kontraste.

Die beiden großen Geister könnten kaum unterschiedlicher sein: Galilei ein karrieregeiler Höfling, der seine Entdeckungen so spint, dass er zum Hofphilosoph der Medici in Florenz und zum Darling des Papstes aufsteigt; Kepler ein Schwärmer und unvorsichtiger Tollpatsch, der nur deshalb Mathematiker am Hof von Kaiser Rudolf II. in Prag wird, weil sein Vorgänger Tycho Brahe überraschend stirbt. Selbstkritik war Galilei fremd, sein literarisches Talent setzt er vor allem dazu ein,


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