Show Kritik

Sauberer Perfektionismus statt Clownmelancholie

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Großer Jubel für die internationale Clownvermarktungsmaschine, die in der Halle E des Museumsquartiers gekonnt Erwachsene und Kinder zum Lachen brachte: Wirkliche „Clowns!“ waren allerdings nur die Oma (Barry Lubin), die sich mit allerhand Sportgerät und flotten Tanzmoves Lacher erschlich und das zaubernde Pärchen Scott & Muriel, das auch die einzige Clownin des Abends aufzuwarten hatte. Sie wird wie selbstverständlich lustig gequält, lacht viel und ist blond gelockt. Daneben gibt es perfekte Akrobaten, Jongleure und auch Musiker. Fast scheint es, dass Perfektionismus und saubere Bühneneffekte für die Modernität des Unterfangens stehen sollten, während es doch Missgeschicke, kindliche Schadenfreude und melancholische Momente sind, die den Charme des clownesken Humors ausmachen. Wäre da nicht noch der kalifornische Pantomime und Komiker Peter Shub, der in seiner Brillanz noch innerhalb der Show beweist, dass es eigentlich längst eine Zukunft für die Clown-zunft gibt, die im Wiener Theater Olé ja ebenfalls schon begonnen hat.

Museumsquartier/Halle E, Fr, Sa 20.00, So 18.00


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