Neu im Kino

Götter der Landstraße: „God Man Dog“

Lexikon | Michael Omasta | aus FALTER 29/09 vom 15.07.2009

Alles hat seinen Preis, sogar Gott. Niemand weiß das besser als Yellow Bull, der sich weggeworfener Buddhastatuen annimmt, sie mühevoll restauriert, aber kein Geld für die Reparatur seines künstlichen Beines hat. Nacht für Nacht ist er landauf, landab mit dem Lastwagen unterwegs, um die Fundstücke bei Feierlichkeiten auszustellen. Dabei kreuzen Hunde und Außenseiter seinen Weg: Biung, ein Alkoholiker, der mit seinen inneren Dämonen ringt; Ching, die Ehefrau eines Architekten, die den Tod ihres Babys nicht verwinden kann; Xian, ein flüchtiger Kleinkrimineller.

In ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm verhandelt Singing Chen, eine der jüngsten Zukunftshoffnungen des taiwanesischen Kinos, eine ganze Reihe existenzieller Fragen. „God Man Dog“ (im Original: „Liu lang shen gao ren“) wirft einen kaleidoskopischen Blick auf eine Gesellschaft, die von spiritueller Verarmung und sozialer Ungleichheit geprägt ist, um am Ende die Struktur der Klassengesellschaft auf den Kopf zu stellen: Eine wertvolle antike Buddhastatue steht inmitten anderen beschädigten Tands, ein reinrassiger „One Million Dollar“-Hund streift mit einfachen Straßenkötern umher.

Ab Fr im Top-Kino (OmU)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige