Wie viel Geld Österreich jedes Jahr für die Forschung ausgibt

Politik | aus FALTER 30/09 vom 22.07.2009

Rund 7,6 Milliarden Euro fließen heuer in die Forschung, postuliert der aktuelle Forschungs- und Technologiebericht des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMWF). Die Hälfte des Geldes kommt von privaten Investoren. Knapp drei Milliarden Euro werden von Bund und Ländern zugeschossen, wobei der Bund 2,5 Milliarden trägt. Etwas mehr als die Hälfte des Gesamtbetrags fließt in die Naturwissenschaften und die Technologieentwicklung.

Rund ein Fünftel der Forschungssummen kommt den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften zugute. Mit einer Förderungssumme von mehr als einer Milliarde Euro (2006 waren das 0,41 % des BIP) liegt die österreichische Grundlagenforschung international im Mittelfeld.

70 Prozent der Forschungsgelder fließen in den Unternehmenssektor, ein Viertel in den Bereich der Hochschulen. Fünf Prozent gehen an staatliche, außeruniversitäre Einrichtungen wie die Ludwig-Boltzmann-Institute, Einrichtungen der Länder, Gemeinden und Kammern sowie die Forschungsabteilungen in den Landeskrankenanstalten.

Im internationalen Vergleich liegt Österreich mit seinen Forschungsausgaben von 2,45 Prozent des BIP hinter Deutschland (2,53 %), den USA (2,62 %), der Schweiz (2,9 %), Japan (3,39 %), Finnland (3,45 %) und Schweden (3,73 %).

Zwischen 2002 und 2008 baute Österreich seine Forschung teilweise mit Wachstumsraten von bis zu zwölf Prozent aus und bewegte sich in Richtung der in den Barcelona-Zielen anvisierten Dreiprozentquote am BIP. Auch heuer erhöht sich die Gesamtsumme der Wissenschaftsförderung gegenüber dem Vorjahr. Allerdings, weil infolge der Wirtschaftskrise die privaten Investitionen ausblieben, in wesentlich geringerem Ausmaß, nämlich lediglich um 1,8 Prozent. Eine – wie der BMWF-Bericht einräumt – „deutliche Abschwächung des bisherigen Wachstums“.


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