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Bücher, entstaubt

Politik | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 30/09 vom 22.07.2009

Gebärstreik? Zeugungsstreik!

Wenn irgendwo zu wenig Kinder auf die Welt kommen, ist ein Wort schnell in aller Munde: Gebärstreik! Klingt gut und weist eindeutig die Schuldigen aus. Dass zum Zeugen zwei gehören und es nicht immer die Frauen sein müssen, die sich gegen Kinder entschieden haben, scheint sich offenbar immer noch nicht herumgesprochen zu haben, liegt doch die Ursache des Kinderschwunds anscheinend klar auf der Hand: die immer noch verbesserungswürdige Vereinbarkeit von Nachwuchs und Karriere. Wenig zu dieser simplen Diagnose passen allerdings die Zahlen, die für die deutsche Journalistin Meike Dinklage 2004 den Anstoß zu ihrem Buch „Der Zeugungsstreik“ gaben, in dem acht Männer und sechs Frauen ausführlich zu Wort kommen. Denn tatsächlich gibt es unter den 45- bis 49-Jährigen mehr kinderlose Männer als Frauen, nämlich 26,5 respektive 15,7 Prozent, wobei der berühmte „späte Vater“ statistisch gesehen eine Rarität darstellt. Rechtfertigen müssen sich dafür in aller Regel bis heute nur die kinderlosen Frauen.

Meike Dinklage: Der Zeugungsstreik. Warum die Kinderfrage Männersache ist. Diana, 2004, 256 S., € 18,40


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