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Pressekolumne

Medien | Florian Klenk | aus FALTER 30/09 vom 22.07.2009

Es macht Spaß, „Karriere“-Beilagen der Tageszeitungen zu studieren. Sie dienen dazu, Jobinserate von Firmen zu akquirieren, und deshalb muss man darin Managern immer wieder das Goderl kraulen. Ein Glanzstück unabhängigen Journalismus lieferte hier der Kurier. Der huldigte der „Top-Managerin“ Michaela Steinacker. „Sie machen einem die Recherche zu Ihrer Person nicht leicht. Man findet wenig über Sie. Wenn doch, dann stolpert man über das Wort Bilderbuchkarriere“, lautet eine beinharte Kurier-Frage. Schade, dass der Kurier keine Rechnungshofberichte (oder zumindest den Falter) liest. Da könnte man nachlesen, dass sie einst ein ÖBB-Gehalt von rund 400.000 Euro bezog, aber auf Ausschreibungsbedingungen oder Kosten-Nutzen-Rechnungen bei der Veräußerung von ÖBB-Immobilien verzichtete. Steinackers Salär, staunten die Staatskontrollore, liege „erheblich über dem Jahresbruttobezug des Bundeskanzlers“. Nach dem Rechnungshofbericht verabschiedete sie sich von den ÖBB und landete beim Raiffeisen-Konzern. Dem gehört der Kurier.


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