Musik rund um den versteckten Garten des Herrn

Feuilleton | aus FALTER 30/09 vom 22.07.2009

Das Dominikanerkloster in der Postgasse öffnet seinen historischen Kreuzgang für eine sommerliche Kammerkonzertreihe

Reportage: Carsten Fastner

Wir sind jetzt seit 800 Jahren mitten in der Stadt“, sagt der junge Mann, „aber natürlich wissen viele Wiener gar nichts mehr von uns.“ Frater Robert findet das schade. „Wir wollen uns öffnen, die Leute sollen uns kennenlernen können.“ Darum hat sich der engagierte Dominikanermönch etwas einfallen lassen.

Seit vier Jahren organisiert der 27-jährige Bayer, der mit 20 in den altehrwürdigen Orden des heiligen Dominikus eintrat, eine sommerliche Konzertreihe im Kreuzgang seines Klosters in der Postgasse. Und das mit der erwünschten Öffnung ist dabei ganz wörtlich zu verstehen: Normalerweise ist dieser besondere, versteckte Ort für Laien nicht zugänglich.

Um 1226 holte Herzog Leopold VI. den gerade erst gegründeten Predigerorden nach Wien. In der damals wenig noblen Bäckervorstadt, zwischen Wienfluss und Stadtmauer, siedelten sich


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