Irma Wehrli vergleicht das Übersetzen mit Hausfrauenarbeit „Staub abwischen, damit alte Wälzer in neuem Glanz funkeln“

Feuilleton | aus FALTER 30/09 vom 22.07.2009

So muss Wolfe klingen, so wird er auch weitere Jahrzehnte überdauern“, jubelte die Welt am Sonntag über Irma Wehrlis Neuübersetzung von „Schau heimwärts, Engel“. „Sie gibt den kräftigen Stilfarben des Originals auf Deutsch neuen Glanz“, urteilte die FAZ. Im Interview plaudert Wehrli aus dem Nähkästchen ihrer Profession.

Falter: Sind Übersetzungen von „Klassikern“ wichtige Bausteine für die eigene Karriere?

Irma Wehrli: Karriere kann man bestimmt ebenso gut, oder noch besser, mit der Übersetzung zeitgenössischer Literatur machen. Ich vergleiche das Übersetzen gerne mit Hausfrauenarbeit: Staub abwischen von alten Wälzern, damit sie in neuem Glanz funkeln können. Als Übersetzerin bin ich demnach eher „Dienstmädchen“ – durchaus positiv verstanden – als „Karrierefrau“.

Wie lange haben Sie an der Übersetzung von „Schau heimwärts, Engel“ gearbeitet?

Wehrli: 16 Monate lang, um die 30 Stunden pro Woche. Es war eine ausgesprochen intensive und kräfteraubende


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