„Jörgi, I miss you!“

Feuilleton | aus FALTER 30/09 vom 22.07.2009

Das gewitzte Berliner Quartett K.I.Z. macht Schmuddelrap mit ironischem Mehrwert

Kritik: Gerhard Stöger

Die Goldenen Zitronen veröffentlichen im Herbst ein neues Album. Einer der Songs darauf, „Des Landeshauptmanns letzter Weg“, beschäftigt sich poetisch-analytisch mit dem Tod Jörg Haiders.

„Vergessen war der Zwist und der arisierte Grund“, heißt es im Text. „Und die Begabung ward lobend genannt, ohne zu fragen, worin sie eigentlich bestand. Und findig eine Pilgerstätte geplant, wo Phaetons Rausch sein Ende fand.“

Jetzt liegt es nicht unbedingt nahe, dass sich eine norddeutsche Band mit dem Ende eines österreichischen Provinzfürsten beschäftigt. Trotzdem sind die Hamburger Diskurspunks nicht die Ersten, die einen Haider-Song auf ihrer Platte haben. Das gewitzte Berliner Saubartel-Rap-Quartett K.I.Z. (kurz für: Künstler im Zuchthaus) ist ihnen zuvorgekommen; sein neues Album „Sexismus gegen rechts“ überrascht durch ein Lied mit dem Titel „Straight Outta Kärnten“.


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