Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Happy Day Rhabarber

Stadtleben | aus FALTER 30/09 vom 22.07.2009

Rhabarber hat das Zeug zum Saft dieses Sommers

Während man in anderen Metropolen schon länger an politisch korrekter Limonade mit Rhabarbergeschmack nuckelte, kam bei uns das Stängelobst (botanisch gesehen handelt es sich übrigens um Gemüse, im Hochsommer sollte man es nicht mehr ernten, weil sich in der Schale Giftstoffe bilden) maximal auf den Kuchen. Auch gut. Aber besser: Jetzt gibt’s endlich auch hierzulande Rhabarber zum Trinken.

Der Vorarlberger Saftproduzent Rauch füllt für seine Marke Happy Day Rhabarbersaft seit kurzem auch in Tetrapaks ab. Leider nicht pur, sondern nur mit 50 Prozent Fruchtgehalt, dazu jede Menge Wasser und wohl auch Zucker, so geht das. Wegen der Süße empfiehlt es sich, das Produkt nicht mit Zimmertemperatur zu servieren, sondern eiskalt, am besten mit (zerstoßenem) Eis. Der Flüssigrhabarber schmeckt herb und süß zugleich, ungewohnt frisch am Gaumen und sehr, sehr, sehr nach Sommer. Und besser als die Metropolen-Ökolimonade. Interessanterweise tritt auch nicht das sonst übliche „pelzige“ Rhabarbergefühl im Mund auf, wie auch immer das vermieden wird (hoffentlich nicht durch irgendwelche Zusätze).

Happy Day macht aber auch eigene Serviervorschläge und empfiehlt, den Saft mit Prosecco oder Aperol anzurichten. Na ja. Wieso muss man immer gleich Alkohol ins Spiel bringen? Und will man damit die Vorstadtbobos vom bewährten „Sprizz“, die Innenstadtfriseure vom Prosecco wegbekommen?

Wir sagen: Trinkt das Zeug pur, es ist der Saft dieses Sommers. cw


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