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Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 30/09 vom 22.07.2009

Her mit dem Teufelszeug!

Seit Herbst ist die Kinderbetreuung in der Steiermark für Drei- bis Sechsjährige gratis, Landesrätin Bettina Vollath (SP) zog kürzlich Bilanz: Mehr Plätze, mehr betreute Kinder, eine Kostenersparnis von 60 bis 200 Euro pro Kind, lobte sie sich selbst.

Die Schattenseiten: Die Tarife für den Kindergarten waren in Graz und anderen Städten sozial gestaffelt, wohlhabendere Eltern profitieren also besonders vom Gratiskindergarten. Während nun auch Manager nichts mehr für die Betreuung ihrer Kinder bezahlen müssen, fehlt es an Krippenplätzen für Unter-Dreijährige. Die EU schreibt vor, dass es bis 2010 für jedes dritte Kind in dieser Altersgruppe einen Platz geben soll. Laut Statistik Austria lag der Prozentsatz in der Steiermark im Jahr 2007 bei 8,5, damit rangierte das Bundesland österreichweit an vorletzter Stelle.

Eines kann man Vollath nicht absprechen: Sie bemüht sich, die Betreuungsquote ist gestiegen, ein Baukostenzuschuss soll die Gemeinden motivieren, mehr Krippen und Kindergärten zu errichten. Doch dort, sagt Vollath, seien vor allem Krippen noch für viele „Teufelszeug“.

Wie viele steirische Kinder im Herbst keinen Betreuungsplatz haben werden, weiß keiner. In Graz mussten, selbst nachdem die Doppelmeldungen ausgesiebt waren, in Kindergärten und Krippen Hunderte abgewiesen werden, allerdings wisse man nicht, wie viele inzwischen bei Tagesmüttern untergekommen seien, heißt es im Büro von VP-Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg. Dieser will nun auch mehr Plätze schaffen, sich politisch aber nicht treiben lassen, schließlich gebe es kaum Beschwerden von Eltern. Die Nummer des Stadtratbüros lautet übrigens: 0316/ 872 2084

Donja Noormofidi leitet den Politikteil im steirischen Falter


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